Hannah, verrate uns doch zu Beginn, was man unter einer flexitarischen Ernährung versteht?
Zunächst einmal sollten wir uns bewusst machen, dass es ein grosses Spektrum pflanzenbasierter Ernährungsstile gibt. Einer davon ist der Flexitarismus, der als eine im Grundsatz vegetarische Ernährungsform beschrieben wird, die einen gelegentlichen Konsum von Fisch und Fleisch zulässt. Beim Kauf eines Produkts werden Herkunft und Herstellung häufig mitberücksichtigt. Das Konzept hinter dem Ernährungsstil ist dabei simpel: Flexitarier:innen verfolgen im besten Fall einen möglichst gemässigten, nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Verzehr tierischer Produkte, wodurch sie nicht nur die Umwelt, sondern auch ihre Gesundheit positiv unterstützen. Flexitarische Ernährung ist ganz einfach Genuss ohne Verzicht. International haben bereits mehrere Organisationen zu einer nachhaltigeren, pflanzenbetonten Ernährung aufgerufen. Beispielsweise empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in ihren neuen Ernährungsempfehlungen, den Verzehr von Fleisch und Wurst auf maximal 300 Gramm pro Woche zu begrenzen. Jene Empfehlung zur Reduzierung des Fleischkonsums wird auch von der Planetary Health Diet für die Schweizer Bevölkerung unterstützt (1). Daneben arbeitet die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung momentan an der Aktualisierung der Ernährungsempfehlungen, wobei der Umweltaspekt künftig noch stärker berücksichtigt werden soll.
Wenn eine flexitarische Ernährung empfohlen wird, wie verhält es sich bei der Ernährung der Schweizer Bevölkerung?
Der Grossteil der in der Schweiz lebenden Menschen verfolgt keinen speziellen Ernährungsstil. Gemäss einer Studie der Universität und des Inselspitals Bern ernähren sich 18,3 % der Bevölkerung flexitarisch. In den Ernährungsrahmen der Planetary Health Diet fallen der Studie zur Folge nur 10,7 % der sich flexitarisch, vegetarisch und vegan ernährenden Personen in der Schweiz. Die in der Studie definierten Empfehlungen bzw. Grenzwerte für tierische Lebensmittel basieren auf der Planetary Health Diet und wurden an die lokalen Essgewohnheiten adaptiert. Für die Schweiz ergibt sich dadurch z. B. ein höherer Anteil an Milchprodukten.
Welche Vorteile bringt eine flexitarische Ernährung mit sich?
Ganz grundsätzlich bringt eine pflanzenbetonte Ernährung einige ernährungsphysiologische Vorteile mit sich. Im Vergleich zur durchschnittlichen Ernährung liefert die flexitarische Lebensweise eine ausgewogenere Versorgung mit Nähr- sowie Ballaststoffen und eine reduzierte Aufnahme von z. B. gesättigten Fetten und zugesetztem Zucker. Der mässige Verzehr von tierischen Lebensmitteln liefert wichtige und leicht verfügbare Nährstoffe, wie Eiweiss, B-Vitamine, Omega-3-Fettsäuren, Calcium und Eisen. Eine pflanzenbetonte Ernährungsweise unterstützt zudem die Prävention von Übergewicht und Adipositas. Der derzeitige Stand der Forschung zeigt, dass sich eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung durch eine adäquate Energiezufuhr positiv auf das Körpergewicht auswirkt (2). Eine starke pflanzenbasierte Ernährung hat dabei nicht nur Vorteile für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt und weist in vielen ökologischen Dimensionen z. T. einen deutlich geringeren Fussabdruck auf als fleischbetonte Ernährungsweisen (3). Nachhaltigere Ernährungsstile wirken sich somit positiv auf die Reduzierung der Treibhausgasemissionen aus (4).
Und wie können Personen, die gerne auf Milch und Milchprodukte verzichten möchten, ihre Nährstoffzufuhr sicherstellen?
Pflanzliche Alternativen wie Sojadrinks sind häufig mit Kalzium, Vitamin D und B-Vitaminen angereichert und stellen eine Quelle für hochwertiges Protein dar. Beispielsweise reichert die Marke Alpro viele Produkte mit wichtigen Nährstoffen an, die an das Nährstoffprofil von Kuhmilch(-produkten) angelehnt sind, um zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen zu können. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei der Wahl von Milch und Joghurtalternativen auf eine Anreicherung mit Calcium zu achten.
Kannst du den Konsument:innen hilfreiche Tipps für eine nachhaltige Ernährung mit an die Hand geben?
Klar. Eine nachhaltige Ernährung kann schon durch kleine Veränderung im eigenen Konsum unterstützt werden. Es empfiehlt sich viele pflanzliche und ökologisch erzeugte Lebensmittel zu sich zu nehmen sowie auf regionale und saisonale Erzeugnisse zu achten. Dabei müssen nicht alle Aspekte direkt bis ins letzte Detail optimiert werden. Nach der 80:20-Regel vorzugehen, ist hier viel realistischer. Fleisch kann beispielsweise häufiger durch Linsen, Kidneybohnen, Kichererbsen & Co. als Proteinquelle ausgetauscht werden: Sie haben einen niedrigeren Klimafussabdruck und ihr hoher Gehalt an Ballaststoffen ist gesundheitsförderlich. Zusätzlich können Lebensmittelabfälle vermieden werden, indem der Wocheneinkauf bewusster geplant wird. Ausserdem lohnt es sich, die Vielfalt der Lebensmittel kennenzulernen und sich aktiv mehr Zeit zum Geniessen der Mahlzeiten zu nehmen.
Welche Massnahmen unternehmen Danone und ihre Marke Alpro noch, um die Umwelt zu schonen?
Zum Wohle der Menschen und des Planeten haben wir im Rahmen unserer Danone Impact Journey unsere Nachhaltigkeitsziele für die Bereiche Gesundheit, Natur und Gemeinschaft neu definiert. Bis 2030 haben wir z. B. das Ziel, all unsere Verpackungen wiederverwendbar, recycelbar und kompostierbar zu machen. Ausserdem sind wir seit 2023 mit Danone DACH und bei Alpro schon seit 2018 B Corp zertifiziert und setzen uns somit, zusammen mit anderen Unternehmen, für ein nachhaltiges Wirtschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein.